Jahrhundertelang war es üblich, die Armen zu Allerheiligen mit Brot zu beschenken. Auch wenn dieser Brauch in Vergessenheit geraten ist, ist es in vielen Teilen Österreichs noch üblich, dass die Patenkinder an diesem Tag von ihrer Taufpatin, der “Godn” einen Striezel bekommen. Der Allerheiligenstriezel gilt seit jeher als etwas ganz Besonderes, da weißes Brot selten war und nur zu besonderen Anlässen mit weißem Mehl gebacken wurde.

Zu einer wunderschönen Tradition hat sich das Striezelfrühstück am 1. November, den Allerheiligentag entwickelt. Denn mit Bauernbutter und selbstgemachter Marmelade schmeckt der Striezel bekanntlich am Besten!

Das folgende Rezept, welches von Maria Schöllauf vom Alten Gehöft am Lormanberg schon eine jahrzehntelange Erprobungsphase hat, lädt zum Selberbacken ein.

Viel Spaß und gutes Gelingen!

TIPP: Auf www.therme-genuss.at findet ihr eine ausführliche Anleitung sowie Videos zum Flechten eines Sechserzopfs.

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Als Trockentraining eignen sich Geschirrtücher besonders gut. © Kleine Zeitung, Sabine Hoffmann

Zutaten:

  • 1 kg Mehl ( ½ glatt, ½ griffig)
  • 2 TL Salz
  • 1,5 Würfel Germ frisch (od. 2 Pkt. Trockenhefe)
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • etwas mehr als 1/2 l Milch kalt
  • 120 g kalte Butter-Stücke schneiden
  • 140 g Kristallzucker, 2 Packerln Vanillezucker
  • geriebene Zitronenschale (Biozitrone)
  • Ei zum Bestreichen – Hagelzucker zum Bestreuen
  • je nach Geschmack auch Rosinen

Zubereitung:

Alle Zutaten vermischen und einen mittelfesten Germteig bereiten. Mit der Küchenmaschine 4 min. kneten. Aus der Schüssel stürzen, mit Frischhaltefolie zudecken und an einem warmen Ort rasten lassen. Einmal zusammenschlagen und den Teig kurz durchkneten. Dann in sechs gleich große Teile teilen. (Sechser-Zopf). Oder mehrere kleine Striezel. Diese Teile zu daumendicken, gleich langen Rollen formen, die an beiden Enden leicht spitz zulaufen sollen.
Flechten der Rollen.

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Sechser-Zopf. © Kleine Zeitung, Sabine Hoffmann

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© Kleine Zeitung, Sabine Hoffmann

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© Kleine Zeitung, Sabine Hoffmann

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© Kleine Zeitung, Sabine Hoffmann

Geflochtenen Striezel auf das mit Backpapier ausgelegte Blech geben und nochmals ca. 30 Minuten bis 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

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© Kleine Zeitung, Sabine Hoffmann

Mit Ei bestreichen u. Hagelzucker bestreuen und bei 180° C ins vorgeheizte Backrohr geben und ca. 25 – 30 Minuten backen.

Landlust-Tipp: Mehl nur glatt oder gl./gr. gemischt – kein Universalmehl. Alle Zutaten kalt verarbeiten (kein Dampfel mehr notwendig). Zum Ausarbeiten des Teiges Roggenmehl verwenden – geht am besten.

Guten Appetit!

Verpackter Striezel_Allerheiligen_Zopf_Geschenk

Schön verpackt eignet sich der Allerheiligenstriezel als gerne gesehenes Mitbringsl. © Kleine Zeitung, Sabine Hoffmann